Regen prasselt auf das Schaufenster, das Licht flimmert, und der Geldautomat summt routiniert. Karte rein, PIN, ein Moment der Unachtsamkeit – dann wird es still. Die Anzeige friert ein, das Fach bleibt leer, die Karte steckt fest wie in einem Kaugummi. Zwei Leute hinter mir räuspern sich, einer schaut auf die Uhr. Ich höre nur noch meinen Puls und dieses leise Surren im Gehäuse.
Ich tippe, zögere, tippe wieder. Ein Mitarbeiter ist weit und breit nicht in Sicht, die Filiale ist längst zu. Ein Gefühl zwischen Ärger und Scham kriecht den Rücken hoch. Und dann zeigt mir ein unscheinbarer Knopf den Weg raus aus der Panik. Eine winzige Rettungsleine.
Ein einziger Knopf entscheidet.
Wenn der Automat plötzlich “Nein” sagt
Viele Automaten ziehen Karten ein, wenn die Sitzung “hängt” oder die Eingaben zu langsam sind. Das ist keine Bosheit, sondern ein Sicherheitsreflex. Die Maschine schützt sich – und Ihre Daten – vor Fremdzugriffen. Blöd nur, wenn es Sie mitten im Alltag trifft.
Manchmal steckt dahinter nur ein Software-Schluckauf. Oder die Karte ist an der Kante leicht verbogen und bleibt am Schacht hängen. In Foyers, wo mehrere Menschen nacheinander Geld ziehen, wird das Timing enger. Ein kurzer Blick aufs Display reicht, um das Muster zu erkennen: “Vorgang wird beendet”, Piepton, nix passiert.
In seltenen Fällen ist es Sabotage. Kriminelle kleben dünne Fallen in den Kartenschacht – “Card Trapping”. Die Karte bleibt drin, Ihre Nerven liegen blank, und jemand in der Nähe bietet “Hilfe” an. Wer Ihre PIN kennt, der hat am Ende die Karte. Wer Ruhe behält, hat die Oberhand.
Der Knopf, der sie rettet
Der Trick ist einfacher, als man denkt: Drücken Sie die rot markierte Abbruch-Taste. Einmal. Zählen Sie bis drei. Drücken Sie ein zweites Mal. Viele Automaten brechen dann den Vorgang ab und stoßen die Karte aus. Bei einigen Modellen funktioniert auch: Abbruch drei Sekunden lang gedrückt halten. Ein leises Klicken, dann schiebt die Walze.
Bleiben Sie direkt vor dem Schacht, Hand in Nähe der Öffnung. Warten Sie 30 bis 60 Sekunden, denn die Rückgabe verzögert sich zuweilen. Wenn die Karte kommt, nehmen Sie sie sofort. Führen Sie nichts Neues aus, keine erneute PIN, keine andere Karte. Seien wir ehrlich: Niemand liest im Alltag die kleinen Piktogramme neben der Tastatur.
Wenn der Automat die Karte nicht freigibt, rufen Sie die zentrale Sperrnummer 116 116 an und nennen Standort und Automaten-ID. Verlassen Sie den Platz nicht, solange der Automat noch summt oder blinkt.
“Der Abbruch-Knopf ist die Notbremse. Wer ihn zweimal klar drückt, löst bei vielen Geräten die Kartenrückgabe aus”, sagt ein Servicetechniker, der bundesweit Automaten wartet.
- Abbruch drücken – kurz warten – erneut Abbruch drücken.
- 60 Sekunden am Schacht bleiben, niemanden an die Tastatur lassen.
- Verdacht auf Manipulation? 116 116 wählen, Karte sperren.
- Automaten-ID notieren (Aufkleber), Uhrzeit merken, Foto vom Display machen.
Richtig reagieren, falsch abbiegen
Wir alle kennen diesen Moment, in dem die Scham lauter ist als der Verstand. Atmen hilft. Zwei tiefe Atemzüge, dann die Schritte: Abbruch, warten, nochmals Abbruch. Blick auf die Anzeige. Hand am Schacht. Wenn gar nichts geht: Hotline.
Was nicht hilft: am Kartenschacht ziehen, mit Kartenhülle stochern, gegen das Gehäuse klopfen. Unbekannten “Helfern” die PIN erzählen oder weggehen, um “nur kurz” jemanden zu holen. Misstrauen ist in diesem Augenblick keine Unhöflichkeit, sondern Selbstschutz.
Bleiben Sie immer in Sichtweite Ihrer Karte – auch wenn sie im Schacht steckt. Wenn jemand drängt, freundlich aber klar: “Ich kläre das, danke.” Die meisten Touch-Automaten haben zusätzlich am Bildschirm eine “Abbrechen”-Fläche. Tippen Sie sie, dann den physischen Abbruch-Knopf. Und noch ein Satz zum Alltag: Seien wir ehrlich: Niemand macht das jedes Mal so gewissenhaft – bis es einmal schiefgeht.
Was von diesem Moment bleibt
Ein Geldautomat ist kein Gegner, eher ein sturer Kollege. Er folgt Routinen, und Routinen lassen sich nutzen. Wer die kleine Notbremse kennt, verwandelt Panik in Handlung. Das macht den Unterschied zwischen verloren und gerettet.
Die eigentliche Lektion liegt im Tempo. Nicht weglaufen, nicht hektisch tippen. Innehalten, den roten Knopf finden, zweimal klar drücken, eine Minute stehen bleiben. Dann erst der Anruf – und, falls nötig, die Sperre.
Bleibt am Ende doch eine gesperrte Karte, hat sich trotzdem etwas verschoben. Man verlässt den Raum mit einem Werkzeug, das morgen schon der nächsten Person hilft. Vielleicht teilen Sie genau diesen Knopf-Tipp mit jemandem, der immer sagt: “Mir passiert das nie.” Vielleicht rettet er dann genau diese eine Karte.
| Point clé | Détail | Intérêt pour le lecteur |
|---|---|---|
| Abbruch-Taste | Zweimal drücken oder kurz halten | Schnelle Kartenrückgabe auslösen |
| Wartefenster | 30–60 Sekunden am Schacht bleiben | Automatische Auswurfroutine abwarten |
| Hotline 116 116 | Standort, Automaten-ID, Uhrzeit nennen | Karte sofort sperren und Missbrauch verhindern |
FAQ :
- Welcher Knopf hilft wirklich?Die rot markierte Abbruch-Taste. Erst drücken, kurz warten, erneut drücken. Bei einigen Modellen reicht ein dreisekündiger Druck.
- Wie lange soll ich warten?In der Regel 30 bis 60 Sekunden direkt am Schacht. Viele Automaten brauchen einen Moment, um den Auswurf auszulösen.
- Was tun außerhalb der Öffnungszeiten?Vor Ort bleiben, Abbruch-Sequenz versuchen, dann 116 116 anrufen. Karte sperren lassen, Automaten-ID notieren, Foto vom Display machen.
- Woran erkenne ich Card-Trapping?Ungewöhnlicher Widerstand am Schacht, lose Blenden, Klebereste, fremde Aufsätze. Fremde “Helfer” in unmittelbarer Nähe sind ein Warnsignal.
- Erstattet die Bank Schäden?Wird die Karte missbräuchlich genutzt und Sie handeln zügig, prüfen Banken Kulanz und Haftung. Schnelle Sperrung und Dokumentation erhöhen die Chancen.



Merci pour l’astuce du bouton Abbruch: une pression, compter jusqu’à trois, puis re-appuyer. Testé à la BNP ce soir, la carte a été recrachée après 20–30 s. Sans cet article j’aurais paniqué comme un noub 😅. Et super rappel pour 116 116 et la photo de l’écran.